Archiv Pressestimmen

Abendzeitung München | März 2005

Bezahlte Lebensfreude
"Thomas Bernhard hätte geschossen" Georg Schramms neues Kabarett

“Wer hier an der falschen Stelle lacht, begibt sich in Lebensgefahr. Denn "Thomas Bernhard hätte geschossen" - aber das verrät Georg Schramm, den Revolver in der Hand, erst zum Schluss seines neuen, fulminanten Kabarettsolos. Die Lust, Leute für soziales Fehlverhalten abzuknallen, spüren am Ende auch seine Bühnenfiguren. Wer ihnen applaudiert, entdeckt erschreckt den Möchtegern-Lynchmörder in sich selbst.” weiterlesen

 

Süddeutsche Zeitung | 29.03.2005

Der Bissigste von allen
Georg  Schramm mit neuem Programm im Lustspielhaus

“Der schlecht gelaunte Rentner Lothar Dombrowski hält die Welt für einen Sauhaufen. Er spürt die ständige Veränderung und versteht sie nicht. Er hasst Trends und Moden einer für ihn viel zu weich gespülten Gesellschaft. Wie ein moderner Moses wettert er auf dem Bühnen-Berg gegen soziales Unrecht, gegen die von Wirtschaft und Verbänden “metastasierten" Parteien, gegen das Kapital. Selbst in des Bundespräsidenten Rede beim Arbeitgeberforum sieht er nur Gewäsch. “Warum macht Köhler nicht den Arm-Reich-Konflikt zum Thema?", ruft er. Es gärt im Saal des Freiburger Vorderhauses. Jemand schreit: “Ackermann!" Der “Urnenpöbel" (Dombrowski) entwickelt Kampfgeist. Angestachelt von einem Altenheimbewohner mit künstlicher Hand. Das ist kein Kabarett mehr. Das ist eine politische Versammlung.” weiterlesen

 

Süddeutsche Zeitung | 04.10.2003

In der Bedürfnisanstalt
Politisches Kabarett, frisch wie selten: Dieter Hildebrandts Abschied vom "Scheibenwischer"

“Am Ende war es ein einziges alttestamentarisches Donnergrollen. Ein fulminantes Solo des vortrefflichsten unter allen möglichen Hildebrandt-Nachfolgern: Georg Schramm. Es war eine wütende Abrechnung mit den "politischen Hampelmännern, die uns Demokratie vorspielen dürfen". Mit denen, die bei den "Klofrauen Illner und Christiansen" oder an der "emotionalen Pissrinne von Kerner und Beckmann" ihre Sprechblasen entleeren. Da war das ohnehin schon beachtliche Scheibenwischer-Finale an seinem Höhepunkt angelangt.” weiterlesen

 

Hamburger Abendblatt

Er fängt da an, wo Politik endet

“Der Kabarettist Georg Schramm nennt sein Programm nicht ohne Grund "Ans Eingemachte". Genau dahin nämlich geht er. ...Schramms Typen-Panoptikum gibt einen Querschnitt seiner drei Solo-Programme, ist eigentlich also nichts Neues. Gleichwohl ist die Art, wie er es auf die Bühne bringt, unvergleichlich...

Es gibt nichts Besseres  und es gibt keinen besseren Schauspieler in diesem Genre.”
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Bonner General-Anzeiger | 6./7.10.01

Figurentheater gegen den Ungeist
Georg Schramm alias Oberstleutnant Sanftleben, Urvieh August oder Lothar Dombrowsky mit seinem Programm „Mephistos Faust“ zu Gast im Pantheon.

“Man braucht hier gar nicht drum herum reden, der Mann hat – augenöffnende – Klasse. Georg Schramm heißt er, und macht, jetzt kommt’s, politisches Kabarett. Politisches Kabarett? Moment, war das nicht dieses untote Gedaddel früh entsafteter Alt-Freaks, die, für deren gichtigen Galopp man schnell noch die Türen aus den Angeln gehoben hat? Bei Schramm hingegen geht es nicht um Gequatsche, sondern um Darstellung. Die Wahrheit liegt auf dem Platz, und so inszeniert er politisches Kabarett als Pièce de résistance, als Figurentheater, bestürzend intelligent und gefühlsecht, gegen den Ungeist – und das stillschweigende Einverständnis, den da zu finden, wo wir nicht sind.” weiterlesen

 

Neue Zürcher Zeitung | 08.11.2001

Waffengattung Kabarett
Georg Schramm kämpft in Miller's Studio gegen die gute Laune.

“So einen Abend nennt man wohl historisch. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte einige Stunden zuvor erklärt, für den Krieg in Afghanistan Bundeswehrsoldaten bereitzustellen. Und Georg Schramm, Offizier der Reserve, Dipl.-Psychologe und Kabarettist (in umgekehrter Reihenfolge), lieferte mit seinem Programm den Kommentar, als hätte er «Mephistos Faust» justament aus dem Ärmel geschüttelt.” weiterlesen

 

Tages-Anzeiger | 9.11.2001

Ganz beklemmend aktuell
Georg Schramm liefert in "Mephistos Faust" eine ebenso kluge wie komische Gegenwartsanalyse.

“Mit wenig Witz und viel Behagen: Die asymmetrische Beziehung zwischen dem aktuellen Comedy-Angebot und einem Publikum, das sich trotz oder gerade wegen der weit verbreiteten komödiantischen Geistlosigkeit kannibalisch wohl fühlt, ist im Fall des Kabarettisten Georg Schramm umzukehren. Zwar ist sein Witz nicht von der Art, dass einem das Lachen im Hals stecken bliebe - dazu ist er zu sprühend.
Aber wer gelacht hat, den beschleicht ein Gefühl des Unbehagens. Was Schramm so schrecklich komisch beschreibt, ist traurige Realität.” weiterlesen

 

Haller Tagblatt | 24.04.2002

Wem ist nicht längst das Lachen im Halse stecken geblieben?
Georg Schramm in Schwäbisch Hall

“Die Lieblingsthemen des Kabarettisten Georg Schramm sind Krieg, Krankheit, Alter und Tod, bestenfalls noch mal das Wort zum Sonntag. Und nichts will er weniger als dem Publikum einen lustigen Abend bescheren. Daran läßt er von Anfang an nicht den geringsten Zweifel. Aber schon wenn er die Bühne betritt, wenn er, mißbilligend begrüßt und sich und sein Programm vorstellt, lacht man Tränen. Seine deutlich geäußerte Unzufriedenheit mit der Stadt, dem Saal, dem Publikum ist vermutlich nicht einmal gespielt, sie ist wahrscheinlich einfach ehrlich. Und gerade deshalb urkomisch? Man ergründet es nicht und erliegt der Faszination.” weiterlesen